Bei Ronny Jakubaschks »Biberpelz«-Inszenierung ist der Blick auf das heutige Prekariat bestimmend. Die junge Adelheide Wolff will zum Casting, der böse Krüger mutet mit seinem Trainingsanzug unter dem Pelz wie ein russischer Zuhälter an, und Doktor Fleischer intoniert, wenn zu großer Ernst droht, schon mal ein Lied von Xavier Naidoo.
Gewagt, doch Jakubaschk verrutscht seine parodistische Deutung nicht. Das liegt daran, dass Regisseur und Darsteller dem prekären Stoff, obwohl die Schrägheit gelegentlich den Klamauk streift, stets mit Respekt begegnen. Schön an diesem »Big-Brother«-Ansatz ist die schiere Übertreibungslust der Schauspieler, die die Schrulligkeit der Figuren dauerbetonen, ohne sie dabei zu entblößen. Wer ein traditionelles Stückverständnis zu Hauptmanns Komödie pflegt, wird Jakubaschks Interpretation sicher für überkandidelt halten. Hauptmann neigt in seiner naturalistischen Darstellung der Nöte kleiner Leute ja manchmal zum Sozialkitsch. Gerade solche Szenen behandelt Jakubaschk entweder mit dem Messer (er kürzt sie gnadenlos) - oder er begegnet der Melodramatik übergroßer Lebensprobleme mit der Schärfe entlarvenden Humors.


Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 

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